Landrat Ralf Hänsel unterwegs in Nünchritz
Zu den meisten Themen des Auftaktgesprächs im Rathaus der Gemeinde Nünchritz schauten sich Landrat Ralf Hänsel und Bürgermeisterin Andrea Beger auch direkt vor Ort um. Allein zum Thema ärztliche Versorgung, bei dem weder Gemeinde noch Landkreis zuständig sind, gab es im weiteren Verlauf keine Anlaufstelle. „Wir haben mit den Folgen der fehlenden Ärzte zu kämpfen, können aber nur gute Rahmenbedingungen schaffen, ansonsten sind uns die Hände gebunden“, sagte Bürgermeisterin Andrea Beger. „Das ist eine Problematik, die latent im gesamten Landkreis eine Rolle spielt“, so Landrat Ralf Hänsel. Er erläuterte die Möglichkeiten, die die Elblandkliniken im Rahmen von Medizinischen Versorgungszentren haben, zumindest im Bereich der Fachärzte.
Hochwasserschutz, Infrastruktur und Flurneuordnung als Gesprächsthemen
Direkt vor Ort an der Elbe tauschten sich Landrat und Bürgermeisterin zum Hochwasserschutz und den geplanten Maßnahmen der Landestalsperrenverwaltung des Freistaates Sachsen aus. Diese sind nicht unumstritten. Während die einen mit einer Mauer Einschränkungen sehen, möchten andere den bestmöglichen Schutz. So gibt es auch unterschiedliche Auffassungen zu technischen Ausführungen der Hochwasserschutzanlage. „Wir versuchen hier als Gemeinde mit allen Beteiligten zu kommunizieren und zu vermitteln“, so Andrea Beger. „Es bleibt zu hoffen, dass nicht aufgrund des Widerstands am Ende gar keine Schutzmaßnahmen kommen“, äußerte Landrat Ralf Hänsel Bedenken.
Auf der Fahrt durch die Gemeinde machten Bürgermeisterin und Landrat Halt an der Bushaltestelle im Ortsteil Leckwitz. Diese haben Jugendliche im Rahmen des Projekts Aktival, dessen Schirmherr Landrat Ralf Hänsel ist, ansprechend mit Graffiti gestaltet. Im Ortsteil Merschwitz gab es bereits Planungen des Landesamts für Straßenbau und Verkehr (LaSuV), die S 88 grundhaft zu sanieren. Diese wurden jedoch zunächst nicht weiterverfolgt. Heute zeigt sich der Abschnitt, der auch Schulweg ist, sehr zerfahren. Landrat Ralf Hänsel nahm die Bitte der Bürgermeisterin mit, zu prüfen, ob bis zur Wiederaufnahme der Sanierungspläne durch das LaSuV eine Reparatur über den Landkreis möglich ist.
Von Anwohnenden wie Gästen wird mit großem Interesse der Bau des Anlegers für die neue E-Fähre in Seußlitz beobachtet. Auch Landrat und Bürgermeisterin schauten sich den Baufortschritt vor Ort an und freuen sich auf die Einweihung. Am Brummochsenloch endete das Treffen mit einem Austausch zum laufenden Flurneuordnungsverfahren in den Weinbergen. „Dieses Flurneuordnungsverfahren, das das Kreisvermessungsamt betreut, ist wirklich hervorragend. Mit einem geringen Eigenanteil der Grundstücksbesitzer werden die Weinberge neu geordnet, sodass aktuellen Herausforderungen der Eigentümer in der Steillage begegnet werden kann und wir einen öffentlichen Weg ausbauen können, damit beispielsweise auch eine Zufahrt für den Rettungsdienst möglich ist“, äußerte sich Bürgermeisterin Andrea Beger lobend.