Fachveranstaltung in Meißen diskutierte Versorgung, Ethik und Verantwortung
Unter dem Titel „Was ist ‚gute‘ Medizin am Lebensende?“ diskutierten Expertinnen und Experten in Meißen zentrale Fragen der Palliativversorgung, medizinischen Ethik und gesellschaftlichen Verantwortung. Die gemeinsame Veranstaltung des ZIP Weinböhla (Initiative für zentralisierte, integrative Palliativversorgung Sachsen e. V.), des Landesverbandes für Hospizarbeit und Palliativmedizin Sachsen e. V. sowie der Pflegekoordination des Landkreises MeißenIn fand in den Räumlichkeiten des Akti Meißen statt.
Den Auftakt gestaltete Ute Hartenstein, Fachärztin für Innere Medizin, Notfallmedizin und Palliativmedizin, mit einem Vortrag zum Thema „Demografischer Wandel: Folgen und Herausforderungen“. Sie zeigte auf, welche wachsenden Anforderungen der demografische Wandel für das Gesundheitssystem hat und wo Versorgungsstrukturen nachgeschärft werden müssen. Heiner Melching, Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) richtete humorvoll und zugleich nachdenklich den Blick auf die Frage: „Wer ist für ein gutes Lebensende verantwortlich?“ und regte das Publikum zu Reflexion und Austausch an. Dr. med. Barbara Schubert, Kursleiterin für Palliativmedizin und Sprecherin der Mitgliederversammlung im DGP-Vorstand, rundete die Vortragsreihe ab. Ihr Beitrag „Medizinethische Aspekte: Vom Tun und Lassen“ zeigte auf, wie Entscheidungen in der letzten Lebensphase sorgfältig vorbereitet und multiprofessionell getragen werden.
Im Mittelpunkt der Vorträge standen zwei zentrale Fragen: Wer trägt Verantwortung für ein würdiges Lebensende – Angehörige, Fachkräfte oder die Gesellschaft als Ganze? Und welche medizinethischen Überlegungen sind entscheidend, wenn es um Entscheidungen am Lebensende geht? In der abschließenden Podiumsdiskussion konnten die Teilnehmenden eigene Fragen an die Referierenden stellen. Dabei wurde deutlich, dass neben Medizin und Pflege auch Politik und Gesellschaft gefordert sind, tragfähige Modelle für die Zukunft zu entwickeln. Besonderes Augenmerk lag auf den „Letzte Hilfe“-Kursen, die Ute Hartenstein gemeinsam mit ZIP Weinböhla e. V. anbietet. Diese vermitteln grundlegendes Wissen und praktische Maßnahmen zur Begleitung schwerkranker Menschen – mit dem Ziel, Leiden zu lindern und Lebensqualität zu erhalten.
Die Veranstaltung zeigte eindrucksvoll, wie wichtig der Austausch zwischen Fachwelt, Politik und Gesellschaft ist, um Menschen am Lebensende in Würde begleiten zu können.