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Erfolgreiche Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie und Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie

In der Freiberger Mulde unmittelbar flussaufwärts des Stadtgebiets Nossen befanden sich die beiden ungenutzten und bereits durch vergangene Hochwasser beschädigten Wehre Obermühle und Eichholzmühle. Der Rückbau der Wehre war wasser-, naturschutz- und fischereirechtlich geboten. Die Wasserrechte waren bereits seit Jahrzehnten erloschen. Trotz der Beschädigungen wiesen die beiden Wehre Absturzhöhen von einem Meter und mehr auf, sodass die Durchwanderbarkeit des Fließgewässers vor allem für Fische unterbrochen war.

Freiberger Mulde im Bereich des Landkreises Meißen für Fische und andere Wassertiere wieder passierbar

Mit dem Rückbau des Wehres Obermühle und der Sicherung des rechtsseitigen Ufers setzte die Landestalsperrenverwaltung des Freistaates Sachsen (LTV) im Sommer 2022 die erste Maßnahme um. Der Freistaat Sachsen investierte hierfür etwa 400.000 Euro. Durch die fischereifachliche Begleitung konnten im Baubereich Fischbestände der Bachforelle, Elritze, Bachschmerle, Bachneunauge und Flussneunauge nachgewiesen werden.

Der Rückbau des Wehres Eichholzmühle erfolgte im Juli 2023 durch die LTV in Eigenleistung. Aufgrund enger Abstimmungen der LTV und der beteiligten Umweltbehörden konnte die Maßnahme im Rahmen der Gewässerunterhaltung umgesetzt werden.

Konkret wurden im Vorfeld Abstimmungen getroffen zu:

  • Art und Umfang der für die Entfernung des Wehres erforderlichen Maßnahmen
  • Art und Umfang der dafür erforderlichen bauzeitlichen Flächeninanspruchnahmen
  • der Bauzeit unter besonderer Berücksichtigung der Fischschonzeit und der Brutzeit von Vögeln am Gewässer
  • kleinräumig erforderlichen Vergrämungsmaßnahmen (vorbereitende Schilfmahd auf rund 50 m² am rechten Ufer)

Für beide Maßnahmen wurde zudem mittels hydraulischer Modellierung nachgewiesen, dass der jeweilige Rückbau keine negativen Auswirkungen auf die Abflussverhältnisse, insbesondere im Hochwasserfall darstellt.

Neben der Schaffung eines barrierefreien Lebensraumes wurden auch die Rückstaubereiche an den Wehren aufgelöst. Dies hat zur Folge, dass sich eine natürliche Strömungssituation einstellt und sich das Fließgewässer eigendynamisch entwickeln kann. Der Aufwand der Gewässerunterhaltung wird dadurch erheblich reduziert.

Am 10. Juli 2023 überzeugte sich Staatsminister Wolfram Günther zusammen mit Vertreterinnen und Vertretern der Landestalsperrenverwaltung, des Kreisumweltamtes des Landkreises Meißen sowie von weiteren Behörden und Kommunen vor Ort von den gelungenen Projekten.

Hintergrund:

Die Europäische Wasserrahmenrichtlinie hat es sich zum Ziel gesetzt, die Gewässer in einen guten ökologischen und chemischen Zustand zu überführen. Das bedeutet unter anderem, dass neben der Wasserqualität auch die ökologische Struktur der Flüsse verbessert werden soll, um Lebensräume für Tiere und Pflanzen wiederzubeleben.

Im vorliegenden Fall weist auch die Grundschutzverordnung des FFH-Gebietes „Oberes Freiberger Muldental“ die Freiberger Mulde als Habitatfläche für das Bachneunauge, die Grüne Flußjungfer und den Fischotter aus. Die Wiederherstellung der Durchgängigkeit der Freiberger Mulde ist demnach auch eine wichtige Entwicklungsmaßnahme, um den guten Erhaltungszustand dieser Arten und ihrer Lebensräume zu erreichen.

Im Stadtgebiet von Nossen bestehen noch zwei weitere Wehre in der Freiberger Mulde, die der Wasserkraftnutzung zur Stromproduktion dienen. An diesen Anlagen wird der Fischwechsel mittels technischer Auf- und Abstiegsanlagen erreicht. 




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