Landrat Ralf Hänsel zu Besuch in der Gemeinde Moritzburg
Beim Auftaktgespräch zum Gemeindebesuch in Moritzburg in dieser Woche waren neben Landrat Ralf Hänsel und Bürgermeister Jörg Hänisch die Amtsleiterin der Bau- und Ordnungsverwaltung Susan Lehmann sowie die Sachgebietsleiterin des Hauptamtes Pia Meyer-Clasen anwesend. Entsprechend vielfältig waren die Themengebiete im Gesprächsverlauf.
Wohnen und Einkaufen neu gedacht – Schnittstellen zwischen Landkreis und Gemeinde besprochen
„Die Zusammenarbeit zwischen Landkreis und Gemeinde ist grundsätzlich sehr kooperativ. Wir pflegen beispielsweise eine sehr gute Zusammenarbeit mit der Unteren Wasser- und der Unteren Naturschutzbehörde sowie der Bauverwaltung beim Landratsamt“, schickte Bürgermeister Jörg Hänisch voraus. Mitunter ein bisschen mehr Fingerspitzengefühl bei Ermessensentscheidungen bezüglich kommunaler Belange würden sich die Gemeindevertreter hingegen von der Unteren Denkmalschutzbehörde wünschen. Ein für Landrat Ralf Hänsel nachvollziehbarer Wunsch.
Eine weitere Schnittstelle zur Landkreisverwaltung – allerdings mit unterschiedlichen Standpunkten –gibt es mit dem Kreisverkehrsamt bei der Frage nach Tempo 30 auf Staatsstraßen. Berührungspunkte zum Dezernat Soziales der Landkreisverwaltung bestehen beispielweise mit dem Kreisjugendamt bei der Kita-Bedarfsplanung und bei sozialen Belangen mit dem Kreissozialamt. Den Wunsch der Gemeinde nach einer lokalen Sozialberatung beantwortete Landrat Ralf Hänsel mit einem Verweis zu den bestehenden Informations- und Kontaktmöglichkeiten, wie beispielweise der Hotline.
„Interkommunale Zusammenarbeit wird in der Gemeinde Moritzburg bereits sehr stark mit den Nachbarkommunen Coswig, Radebeul und Radeburg gelebt. Auf weiteren Gebieten, wie der Vergabestelle, dem Gewerberecht und bei der EDV, laufen die Planungen. Diese intensive Zusammenarbeit, die letztlich alle voranbringt, freut mich sehr“, sagte Landrat Ralf Hänsel.
Erster Besuchspunkt war die Diakademie auf dem Gelände der Evangelischen Hochschule. Direktor Thomas Emmrich präsentierte das beeindruckende Portfolio der Einrichtung für Fort- und Weiterbildung, die sich zukünftig öffnen will hin zur allgemeinen Erwachsenenbildung. Thema waren dabei auch verschiedene aktuelle Projekte, wie beispielsweise „TTT – Train the Trainer“, bei dem Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen zusammenarbeiten, oder „Raum geben – Räume schaffen“, in dem für Senioren im ländlichen Raum (wieder) Begegnungsmöglichkeiten geschaffen werden sollen.
Bei einer Rundfahrt durch die sechs Ortsteile der Gemeinde machte Bürgermeister Jörg Hänisch besonders auf zwei Punkte aufmerksam: „Im Ortsteil Auer soll eine Siedlung mit sogenannten Tiny-Houses entstehen, eine spannende, innovative und nachhaltige Wohnform, die immer mehr Nachfrage erfährt. Hier gilt es aber noch einen Grundsatzbeschluss des Gemeinderates herbeizuführen um die Voraussetzungen für konkretes Baurecht zu schaffen.“
Im Ortsteil Friedewald war die seit Februar 2023 24-Stunden geöffnete nahkauf-Box Anlaufpunkt. „Diese Einkaufsmöglichkeit ist extrem gut nachgefragt“, berichtete Bürgermeister Jörg Hänisch. „In solchen Lösungen sehe ich die Zukunft des Einkaufs im ländlichen Raum. Dies ist ein gutes Beispiel wie die Versorgung flexibel, aber sicher erfolgen kann“, machte Landrat Ralf Hänsel deutlich.
Einen kurzen Abstecher gab es zum Neubau und dem erweiterten Außengelände des Hortes im Ortsteil Reichenberg. Das 2021 eingeweihte Gebäude im historischen Ortskern wird nicht nur als Speiseraum für die Schülerinnen und Schüler der Grundschule genutzt, sondern steht unter anderem auch für Sitzungen der Gremien des Gemeinderates zur Verfügung.
Höhepunkt im eigentlichen Wortsinn war im Ortsteil Boxdorf die Besichtigung der Windmühle. Der Heimatverein Boxdorf e. V. betreibt hier mit viel Engagement ein Heimatmuseum mit Ausstellungsstücken zur Erdgeschichte wie auch historischen Gegenständen. Vereinsvorsitzender Burkhard Hartung übernahm die Erläuterung der Exponate und die Führung durch die Mühle bis hin zur Aussichtsplattform.
„Hier auf dem höchsten Punkt der Gemeinde Moritzburg hat man tatsächlich einen herrlichen Blick über das Moritzburger Teichgebiet, die Kleinkuppenlandschaft und das Elbtal. Dass das möglich ist, ist neben der Gemeinde auch den engagierten Vereinsmitgliedern zu verdanken“, freute sich Landrat Ralf Hänsel über die Gelegenheit der Besichtigung.