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Unterwegs in der Stadt Gröditz

„Das war ein kurzes und knackiges Treffen, das sich auf die wesentlichen Punkte fokussierte. Das hat mir gut gefallen“, lautete die Einschätzung von Landrat Ralf Hänsel nach dem Besuch in der Stadt Gröditz.

Sturmfolgen und Jugendclub im Mittelpunkt der Gespräche

Ein Thema im Gespräch zwischen dem Landrat und Bürgermeister Enrico Münch war natürlich das Unwetter mit all seinen Folgen, das Mitte Juni dieses Jahres über die Stadt im Norden des Landkreises hinweggefegt war. Seitdem wurde viel getan, um die Schäden zu beseitigen. „Vieles haben wir als Stadt an den Gebäuden selbst repariert und saniert, aber zwei Punkte beschäftigen uns noch“, fasste das Stadtoberhaupt zusammen.

„Viele Bäume wurden entwurzelt oder umgeknickt, da ist selbst durch zügige Neupflanzungen der ursprüngliche Zustand nicht einfach wiederherzustellen. Das ist ein großer Schaden, der jederzeit und überall in der Stadt sichtbar ist. Der zweite Punkt ist das beschädigte Dach der Oberschule. Die Wiederherstellung bereitet uns finanzielle Sorgen“, benannte Bürgermeister Enrico Münch die Baustellen.

Beim Sturm wurde das Dach der Oberschule „Siegfried Richter“ zu zwei Dritteln abgedeckt. Saniert werden muss das Dach allerdings komplett. Dazu hat die Stadt Hilfe bei der Landesdirektion Sachsen beantragt. Der Antrag ist jedoch noch nicht entschieden. „Ich habe an der Stelle Unterstützung zugesagt, damit die Stadt Planungssicherheit für das weitere Vorgehen erhält“, sicherte Landrat Ralf Hänsel zu.

Thema war – wie beim Besuch in anderen Kommunen auch – der Kreishaushalt. Als Bürgermeister und nun auch Kreisrat ist Enrico Münch das Spannungsfeld zwischen dem Kreishaushalt und den Haushalten der Städte und Gemeinden deutlich bewusst.

Ein Thema, das sich ebenfalls durch viele Stadt- und Gemeindebesuche wie ein roter Faden zieht, ist der Ärztemangel. „In Gröditz stehen wir vor der Herausforderung, dass für zwei Praxen keine Nachfolger zu finden sind“, berichtete Enrico Münch. Analog wie beim Besuch in der Gemeinde Hirschstein erläuterte Landrat Ralf Hänsel, die eingeschränkten Möglichkeiten, die sich durch die Elblandkliniken bieten. „So dürfen Ärzte der Elblandkliniken leider nicht ambulant arbeiten. Wir haben uns aber zu möglichen Alternativen, wie Telemedizin und Schwester Agnes, insbesondere unter den Herausforderungen der älter werdenden Bevölkerung bei gleichzeitig schwierigen Bedingungen für den ÖPNV ausgetauscht“, fasste Landrat Ralf Hänsel zusammen.

Landrat und Bürgermeister besuchten im Anschluss den Gröditzer Jugendclub, eine Institution, die bereits seit vielen Jahren am gleichen Ort Anlaufpunkt für die Jugendlichen ist. „Wir hatten rund um das Gebäude eine Zeit lang Ärger durch Lärm und Verschmutzung. Dies ließ natürlich die Toleranz der Anwohnerinnen und Anwohner sinken. Wir haben dann einen Nutzungsvertrag geschlossen, der Rechte und Pflichten definiert. Seitdem läuft es“, zeigte sich Bürgermeister Enrico Münch zufrieden.

Fünf bis zwanzig 16-Jährige treffen sich hier regelmäßig. Die Kommune schaut mit hin. Eine professionelle Betreuung wäre natürlich wünschenswert. Bei einem Rundgang überzeugten sich Landrat und Bürgermeister davon, wie ordentlich die Jugendlichen sich ihre Räumlichkeiten hergerichtet haben und diese erhalten.

Wunsch des Bürgermeisters ist es, das große Gebäude durch weitere Nutzungen mit noch mehr Leben zu füllen. Eine Mutter-Kind-Gruppe ist hier angedacht. Dafür müssen die sanitären Einrichtungen modernisiert werden. „Hierfür hoffen wir auf Fördermittel aus dem Programm „Lieblingsplätze für alle“ und auf Unterstützung durch den Landkreis“, sagte das Stadtoberhaupt.

„Der Jugendclub war mir noch nicht bekannt. Aber das Gebäude hat Potenzial. Dieses zum soziokulturellen Zentrum weiterzuentwickeln, halte ich für eine gute Idee. Es wäre schön, wenn das Gebäude zu vielen unterschiedlichen Zeiten genutzt werden würde“, fasste Landrat Ralf Hänsel zusammen.


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