Newcastle Disease (ND, Atypische Geflügelpest)
Wichtige Informationen des Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramts:
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Veranstaltungsinformation für alle Geflügelhalter
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Dreck im Profil – Biosicherheit von Schuh und Reifen
Vogelgrippe, Newcastle Krankheit, Salmonellose, Wurmbefall – alles Erkrankungen des Geflügels, vor denen sich jeder Betrieb schützen will und muss. Der Personen- und Fahrzeugverkehr auf einem Betrieb stellt eine risikoreiche Eintragsquelle dar. Schwerpunkt im aktuellen Webinar ist die Prävention vor der Übertragung von Infektionserregern über Bodenkontakt im Arbeitsalltag. Wie lassen sich Schuhe und Reifen so praktikabel reinigen und desinfizieren, dass die Wahrscheinlichkeit eines Eintrags minimiert wird.
Veranstaltungstermin: 16.04.2026 | Anmeldeschluss: 14.04.2026
Die Online-Veranstaltung ist kostenfrei. Eine Anmeldung kann per E-Mail an fokus-tierwohl@lavg.brandenburg.de mit Angabe des vollständigen Vor- und Zunamen sowie einer gültiger E-Mail-Adresse erfolgen. Bitte beachten Sie auch die nachfolgende Einladung.
- PDF-Datei: PDF, 337 kB
Allgemeines
Die Newcastle Disease ist eine hochansteckende Viruserkrankung, die vor allem Hühner und Puten betrifft und aufgrund ähnlicher Symptome wie Durchfall, Atemnot oder Lähmungen häufig mit der Geflügelpest (HPAI) verwechselt wird. Als bekämpfungspflichtige Tierseuche verbreitet sie sich sowohl direkt zwischen Tieren als auch indirekt über Fahrzeuge, Gerätschaften oder kontaminierte Kleidung. Auch Wildvögel und Schadnager stellen insbesondere in Freilandhaltungen ein Risiko dar.Die Bekämpfungsmaßnahmen entsprechen weitestgehend denen der HPAI.
Maßnahmen
Das Newcastle Disease tritt aktuell in Deutschland (Brandenburg, Bayern Februar 2026) sowie wiederholt und großflächig im Nachbarland Polen (seit September 2024) auf. Wir informieren und halten deshalb alle Geflügelhaltenden zur konsequenten Umsetzung insbesondere folgender Maßnahmen an:
- Biosicherheitsmaßnahmen (unter anderem strikter Wechsel des Schuhwerks vor dem Betreten von Stallungen und die Durchführung einer hygienischen Reinigung und Desinfektion der Hände vor Kontakt mit den Tieren des Bestandes) konsequent einzuhalten, Merkblatt »Nutzgeflügel schützen«,
- Vorgaben hinsichtlich Stallhygiene und Schutzkleidung strikt zu beachten,
- erhöhte Tierverluste oder Krankheitsanzeichen umgehend dem LÜVA Meißen zu melden
- Einhaltung der Impfpflicht beziehungsweise Impfstatus ihrer Tiere unverzüglich zu überprüfen.
Im Gegensatz zur Aviären Influenza besteht in Deutschland eine Impfpflicht gegen ND. Alle Geflügelhaltende – auch Halter privater, kleiner Hobbyhaltungen – sind verpflichtet, Hühner und Puten regelmäßig impfen zu lassen.
Steckbrief Newcastle Disease
Was ist Newcastle Disease?
Die Newcastle-Disease (Newcastle-Krankheit, ND) ist eine weltweit verbreitete, sehr ansteckende und anzeigepflichtige Viruserkrankung der Vögel mit einer hohen Sterblichkeit. Der Schutz der Tiere gegen ND ist lediglich durch regelmäßiges Impfen gewährleistet.
Worauf sollen Geflügelhalter achten in Beziehung auf ND?
Hühner und Truthühner dürfen nur mit einer tierärztlichen Bescheinigung gekauft beziehungsweise verkauft werden, aus der hervorgeht, dass die Tiere (beziehungsweise der Herkunftsbestand im Falle von Küken) regelmäßig gegen ND geimpft worden sind. Gleiches gilt bei der Verbringung von Hühnern oder Truthühnern auf Geflügelmärkte, Geflügelschauen oder Geflügelausstellungen. Eine einmalige Impfung gegen ND bietet keinen dauerhaften Schutz. Daher müssen Hühner und Truthühner mehrfach gegen ND geimpft werden. Nähere Informationen über den Abstand zwischen den Impfungen und die Art der Impfung erhalten Sie bei Ihrem Hoftierarzt.
Betroffene Tierarten
An ND erkranken in erster Linie Hühner und Truthühner, aber auch Tauben, Gänse, Enten, Fasane, Rebhühner, Wachteln und Strauße. Bei Papageien und Kanarienvögel kann die Krankheit ebenfalls auftreten.
Wie erkennt man ND?
Neben hohem Fieber (bis 43°C), Apathie, Appetitlosigkeit, Durchfall (wässrig bis blutig), Atemnot und Durchblutungsstörungen (dunkler Kamm) kann ein Rückgang der Legeleistung auftreten. Die Eier können dünnschalig bis schalenlos sein. Lähmungen der Bein- und Flügelmuskulatur und Halsverdrehen können nach dem Überleben der ersten Krankheitsphase auftreten.
Übertragungswege
Infizierte Tiere scheiden die Viren über Kot, Körperflüssigkeiten, Nasen-, Rachen-, Augensekret und Atemluft aus. Die Übertragung kann über den Kontakt von Tier zu Tier, über die Atemluft sowie durch Stallstaub an Schuhen, Kleidung, Reifen und ähnliches erfolgen.
Ist ND auf Menschen übertragbar?
Beim Menschen kann es bei engem Kontakt zu infizierten Tieren vereinzelt zu Bindehautentzündungen kommen. In der Regel ist diese Krankheit für Menschen ungefährlich, selbst beim Verzehr von Fleisch und Eiern von infiziertem Geflügel.
Warum ist ND relevant?
Die Newcastle-Krankheit richtet nicht nur an erkrankten Tieren selbst großen Schaden an. Auch schwere wirtschaftliche Folgen entstehen durch das Auftreten dieser Krankheit. Betroffene Tierbestände müssen sofort getötet werden, große Areale um den Krankheitsherd werden gesperrt, Handelsbeschränkungen für ganze Regionen werden angeordnet.
Wichtiger Hinweis für Geflügelhalter:
Beim geringsten Verdacht auf ND (zum Beispiel durch erhöhte Sterblichkeit im Bestand oder Anhäufung an erkrankten Tieren mit unspezifischen Symptomen) muss ein Tierarzt informiert werden!
Links
> FAQ des FLI zur Newcastle-Krankheit (ND) (Direktdownload)