Zweite neue E-Fähre »Elbnixe« an modernisierter Fährstelle Strehla - Lorenzkirch in Betrieb
Planmäßig zum 1. Mai 2026 hat die zweite vollelektrische Fähre „Elbnixe“ ihren Betrieb an der Fährstelle F30 Strehla – Lorenzkirch aufgenommen. Mit diesem Schritt erreichen der Landkreis Meißen und die Verkehrsgesellschaft Meißen mbH (VGM) einen weiteren wichtigen Meilenstein auf dem Weg zu einer klimafreundlichen Mobilität in der Region.
Im Zuge dessen wurde die Fährstelle umfassend modernisiert und technisch so ausgestattet, dass sie den Anforderungen der kommenden Jahrzehnte gerecht wird.
Die Elbfähren sind seit vielen Jahren Bestandteil des regionalen Verkehrsangebots und übernehmen sowohl verkehrliche als auch touristische Aufgaben. Vor diesem Hintergrund wurde vor drei Jahren beschlossen, einheitliche, vollelektrische Fähren mit barrierefreien Zugängen zu beschaffen. Mit der „Elbnixe“ wurde inzwischen das zweite Schiff dieser Baureihe planmäßig in Betrieb genommen.
„Mit der neuen Fähre schlagen wir an der Fährstelle Strehla – Lorenzkirch ein weiteres Kapitel nachhaltiger Mobilität auf und führen zugleich die lange Tradition der Elbfähren konsequent in die Moderne“, betont Landrat Ralf Hänsel. „Gemeinsam mit ihren drei Schwesterschiffen leistet die Elektrofähre einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der Radverkehrsinfrastruktur entlang der Elbe – nicht zuletzt als sogenannte ‚schwimmende Radwege‘ und unterstützen so den Tourismus in der Region.“
Die Verbesserung der Bedingungen für Radfahrerinnen und Radfahrer ist dabei ein zentrales Anliegen des Landkreises. Dieses Ziel wird gemeinsam mit den beteiligten Fähranliegerkommunen und Nachbargemeinden im Rahmen des Projekts MEI_eFAIR aktiv vorangetrieben.
Bau und Ankunft der „Elbnixe“
Am 7. Mai 2024 erhielt die Lux-Werft und Schifffahrt GmbH den Auftrag zum Bau von insgesamt vier neuen vollelektrischen Elbfähren für den Landkreis Meißen. Der Schiffsrumpf wurde speziell auf die hydrologischen Bedingungen der Elbe ausgelegt, insbesondere auf den geringen erforderlichen Tiefgang. Das Steuerhaus entstand separat und wurde nach Fertigstellung als komplette Einheit auf den Rumpf aufgesetzt.
Am 11. September 2025 nahm mit der „Klarisse“ die erste der neuen Elektrofähren ihren Betrieb an der Fährstelle F28 Niederlommatzsch – Diesbar‑Seußlitz auf.
Die zweite E-Fähre, die „Elbnixe“, traf nach einer elftägigen Überführungsfahrt über Rhein, Mittellandkanal und Elbe am 27. März 2026 planmäßig im Landkreis Meißen ein. Insgesamt legte das Schiff dabei rund 853 Kilometer zurück. Bis zu ihrem Einsatz an der Fährstelle Strehla – Lorenzkirch am 1. Mai 2026 verblieb die Fähre im Riesaer Hafen, wo die letzten technischen und organisatorischen Vorbereitungen für den Linienbetrieb erfolgten.
„Auch die zweite Elektrofähre „Elbnixe“ im Rahmen des Projektes MEI_eFAIR steht für innovative Technik und eine klare strategische Ausrichtung: Öffentlichen Verkehr, Radverkehr und Klimaschutz noch enger miteinander zu verknüpfen“, betont Jens Dehnert, Geschäftsführer der Verkehrsgesellschaft Meißen mbH.
Zwei weitere Elektrofähren sind bereits im Landkreis Meißen eingetroffen und warten derzeit im Riesaer Hafen auf ihren Einsatz. Nach Abschluss der jeweiligen Anlegermodernisierungen ist vorgesehen, dass Mitte 2026 die E-Fähre „Ritter Karras“ an der Fährstelle F24 Coswig‑Kötitz – Gauernitz den Betrieb aufnimmt. Ende 2026 soll schließlich die vierte Elektrofähre „Riesaer Riese“ an der Fährstelle F29 Riesa – Promnitz folgen.
Modernisierung der Fährstelle F30 Strehla – Lorenzkirch
Zu Beginn des Jahres hat der grundlegende Umbau der Fährstelle Strehla – Lorenzkirch begonnen. Im Fokus stehen moderne, schwimmende Anlegestellen mit barrierefreier Zuwegung sowie die Erneuerung der Landanlagen.
Die Detailplanung sowie die Bauüberwachung liegen beim Planungsbüro PTW Planungsgemeinschaft Tief- und Wasserbau GmbH, das bereits an der Fährstelle Niederlommatzsch – Diesbar-Seußlitz tätig war.
Das Ingenieurbüro Herrmann und Zweinert übernimmt die Planung und Bauüberwachung der Ladeinfrastruktur und unterstützt das Projekt bei der Umsetzung einer Ladeinfrastruktur für die neuen E-Fähren.
An der Umsetzung beteiligt waren:
- Clement Germany GmbH – Bau der schwimmenden Anlegestellen
- Montra Bau- und Dienstleistungs GmbH – Bau der Landanlagen
- Elektrofirma STAMM GmbH – Errichtung der Ladeinfrastruktur
Am 30. April 2026 wurden die Arbeiten abgeschlossen, der Fährbetrieb konnte am 1. Mai 2026 wieder starten. Neu an der Fährstelle Strehla ist eine Rampe, die einen barrierefreien Zugang ermöglicht. Beim Übergang auf das neue Podest wurden Bodenleitsysteme für blinde und sehbehinderte Menschen integriert. Zudem wurde die Beleuchtung der Anlage verbessert. Der Übergang zur E-Fähre ist so gestaltet, dass keine Barrieren entstehen.
Hintergrund
Bereits 2021 wurden vier Fährstellen an der Elbe in enger Abstimmung mit den Anliegerkommunen in den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) integriert. Damit wurde nicht nur der langfristige Fährbetrieb gesichert, sondern auch die Modernisierung der Infrastruktur angestoßen.
Im Rahmen des Projektes MEI_eFAIR – gefördert über die Nationale Klimaschutzinitiative (NKI) – beschaffen Landkreis und VGM gemeinsam mit den beteiligten Kommunen insgesamt vier lokal emissionsfreie Elektrofähren. Diese sollen als „schwimmende Radwege“ die Elberadwege an entscheidenden Stellen miteinander verbinden. Die Gesamtförderung für Fähren, schwimmende Anleger, Landanlagen und Ladeinfrastruktur beträgt rund 7,88 Millionen Euro.
Gemeinsame Pressemitteilung der VGM und des Landkreises Meißen