Dritte neue E-Fähre »Ritter Karras« an modernisierter Fährstelle F24 Coswig-Kötitz - Gauernitz in Betrieb
Am 3. Juli 2026 hat die dritte vollelektrische Fähre „Ritter Karras“ ihren Betrieb an der Fährstelle F24 Coswig-Kötitz - Gauernitz aufgenommen. Dieser Schritt markiert für den Landkreis Meißen und die Verkehrsgesellschaft Meißen mbH (VGM) einen bedeutenden Fortschritt auf dem Weg zu einer emissionsarmen Mobilität in der Region. Im Zuge dessen wurden die Fährstelle umfassend modernisiert und technisch so ausgestattet, dass sie den Anforderungen der kommenden Jahrzehnte gerecht wird.
Die Elbfähren sind seit vielen Jahren ein fester Bestandteil des regionalen Verkehrsangebots und erfüllen neben verkehrlichen auch touristische Aufgaben. Vor diesem Hintergrund wurde vor drei Jahren beschlossen, eine einheitliche Flotte vollelektrischer Fähren mit barrierefreien Zugängen zu beschaffen. „Durch die Indienststellung dieser dritten E-Fähre konnte planmäßig das dritte Schiff dieser Baureihe in Betrieb genommen und damit bereits rund drei Viertel des Vorhabens realisiert werden“, sagt Jens Dehnert, Geschäftsführer der Verkehrsgesellschaft Meißen.
Auch für die Stadt Coswig hat das Projekt eine hohe Bedeutung. „Mit der ‚Ritter Karras‘ setzen wir ein sichtbares Zeichen für moderne, nachhaltige und klimafreundliche Mobilität. Die neue Fähre verbindet Tradition und Innovation und stärkt zugleich die Verbindung der Menschen entlang der Elbe“ betont Thomas Schubert, Oberbürgermeister der Stadt Coswig.
„Der Landkreis Meißen setzt nicht nur bei den Fähren auf Strom, sondern treibt gemeinsam mit seiner Verkehrsgesellschaft die Elektrifizierung des öffentlichen Nahverkehrs auch auf dem Land voran“, hebt Landrat Ralf Hänsel mit Verweis auf die seit März in Betrieb befindlichen sechs Kleinbusse mit batterieelektrischem Antrieb hervor. Auch die Standardlinienbusse der VGM werden nach und nach auf Elektroantrieb umgestellt. „Elektromobilität ist im ÖPNV längst noch kein Standard. Als einen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz sowie zur Verbesserung der Lebensqualität in unserer Region arbeiten wir jedoch daran, dass E-Fahrzeuge in Zukunft ganz selbstverständlich zum Fuhrpark des Landkreises und seiner Verkehrsgesellschaft gehören.“
Bau und Ankunft der „Ritter Karras“
Am 7. Mai 2024 erhielt die Lux-Werft und Schifffahrt GmbH den Auftrag zum Bau von insgesamt vier neuen vollelektrischen Elbfähren für den Landkreis Meißen. Der Schiffsrumpf wurde speziell auf die hydrologischen Bedingungen der Elbe ausgelegt, insbesondere im Hinblick auf den erforderlichen geringen Tiefgang. Das Steuerhaus entstand separat und wurde nach Fertigstellung als komplette Einheit auf den Rumpf aufgesetzt.
Bereits am 11. September 2025 nahm mit der „Klarisse“ die erste der neuen Elektrofähren ihren Betrieb an der Fährstelle F28 Niederlommatzsch – Diesbar-Seußlitz auf, gefolgt von der „Elbnixe“, die am 1. Mai 2026 an der Fährstelle F30 Strehla – Lorenzkirch in Dienst gestellt wurde.
Am 21. April 2026 begann für die Schwesterschiffe „Ritter Karras“ und „Riesaer Riese“ eine besondere Etappe: Beide E-Fähren traten parallel ihre Überführungsfahrt über den Rhein, den Mittellandkanal und die Elbe in Richtung Landkreis Meißen an und erreichten am 1. Mai 2026 den Hafen Riesa. Insgesamt legte jedes Schiff dabei rund 853 Kilometer zurück. Bis zu ihrem Einsatz an den jeweiligen Fährstellen verblieben sie dort, wo die letzten technischen und organisatorischen Vorbereitungen für den Linienbetrieb erfolgten.
Auch die dritte Elektrofähre „Ritter Karras“ steht im Rahmen des Projektes MEI_eFAIR für innovative Technik und eine klare strategische Ausrichtung: Ziel ist es, öffentlichen Verkehr, Radverkehr und Umweltaspekte noch stärker miteinander zu verknüpfen. Ende 2026 soll schließlich mit der „Riesaer Riese“ die vierte Elektrofähre an der Fährstelle F29 Riesa – Promnitz in Betrieb gehen.
Modernisierung der Fährstelle
Am 13. April 2026 begann die umfassende Modernisierung der Fährstelle Coswig-Kötitz – Gauernitz. Im Mittelpunkt standen moderne, schwimmende Anlegestellen mit barrierefreier Zuwegung sowie die umfassende Erneuerung der Landanlagen.
Die Detailplanung und Bauüberwachung der wasserbaulichen Maßnahmen lagen beim Planungsbüro PTW Planungsgemeinschaft Tief- und Wasserbau GmbH, das bereits an den Fährstellen F28 Niederlommatzsch – Diesbar-Seußlitz und F30 Strehla – Lorenzkirch erfolgreich tätig war.
Die Planung der Ladeinfrastruktur einschließlich der Bauüberwachung oblag dem Ingenieurbüro Herrmann und Zweinert, das seine Expertise bei der Modernisierung der Fährstelle F30 Strehla – Lorenzkirch eingebracht hat.
Die schwimmenden Anlegestellen der dritten Fährstelle wurden von der Clement Germany GmbH realisiert, die dabei auf ihre langjährige Erfahrung zurückgreifen konnte. Das Unternehmen hatte bereits die vorherigen Fährstellen begleitet.
Die Modernisierung der Landanlagen wurde erfolgreich durch die STEINLE Bau GmbH umgesetzt. Das Unternehmen hatte bereits zuvor mit großem Engagement die Fährstelle F28 Niederlommatzsch – Diesbar-Seußlitz modernisiert und konnte seine Erfahrung auch bei diesem Projekt erfolgreich einbringen.
Auf der Seite Gauernitz entstand eine neue, flacher ausgeführte Zugangsrampe, die insbesondere Menschen mit Beeinträchtigungen einen deutlich komfortableren und barriereärmeren Zugang zur Fähre ermöglicht. Darüber hinaus wurden auf beiden Uferseiten neue Anlegestellen errichtet und jeweils drei Solarleuchten installiert, die die Sichtverhältnisse und damit die Sicherheit verbessern.
Auf der Seite Coswig wurde zudem eine neue Ladeinfrastruktur für die E-Fähre Ritter Karras geschaffen und damit ein wichtiger Beitrag für den zuverlässigen Betrieb der Fähre geleistet.
Die Firma SSS Energietechnik und Netzservice GmbH übernahm die Errichtung der Ladeinfrastruktur und leistete damit einen wichtigen Beitrag zur zukunftsfähigen Weiterentwicklung der Fährstelle.
Gemeinsam verfolgten alle Beteiligten das Ziel, die Fährstelle nachhaltig zu modernisieren und damit einen weiteren wichtigen Schritt hin zu einer modernen und leistungsfähigen Infrastruktur zu gehen. Am 29. Juni 2026 konnten die Bauarbeiten erfolgreich abgeschlossen werden. Am 3. Juli 2026 wurde der Fährbetrieb wiederaufgenommen.
Für die erfolgreiche und reibungslose Umsetzung dieses Projekts bedanken wir uns herzlich bei der Clement Germany GmbH, der Firma SSS sowie insbesondere bei der STEINLE Bau GmbH für die engagierte und partnerschaftliche Zusammenarbeit.
Hintergrund
Bereits 2021 wurden vier Fährstellen an der Elbe in enger Abstimmung mit den Anliegerkommunen in den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) integriert. Damit wurde nicht nur der langfristige Fährbetrieb gesichert, sondern auch die Modernisierung der Infrastruktur angestoßen.
Im Rahmen des Projektes MEI_eFAIR – gefördert über die Nationale Klimaschutzinitiative (NKI) – beschaffen Landkreis und VGM gemeinsam mit den beteiligten Kommunen insgesamt vier lokal emissionsfreie Elektrofähren. Diese sollen als „schwimmende Radwege“ die Elberadwege an entscheidenden Stellen miteinander verbinden. Die Gesamtförderung für Fähren, schwimmende Anleger, Landanlagen und Ladeinfrastruktur beträgt rund 7,88 Millionen Euro.
Gemeinsame Pressemitteilung der VGM und des Landkreises Meißen