»Kindergesundheit im Fokus«: Fachtag in Großenhain gibt Impulse für den Kita-Alltag
Wie können Kitas Kinder in ihrer Entwicklung stärken und ihre Gesundheit fördern? Mit dieser Frage beschäftigte sich der Fachtag „Kindergesundheit im Fokus: Die Kita als gesundheitsfördernder Lebensort“ im Soziokulturellen Zentrum Alberttreff in Großenhain Anfang Oktober.
Anlass waren unter anderem die Ergebnisse des Gesundheitsberichts des Landkreises Meißen zur Schulaufnahmeuntersuchung 2023/2024. Neben positiven Entwicklungen zeigen sie Herausforderungen, etwa bei der Sprachentwicklung sowie im emotional-psychosozialen Bereich. Da mehr als 97 Prozent der Kinder im Landkreis vor der Einschulung eine Kita besuchen, sind diese Einrichtungen wichtige Orte, um Kinder und ihre Familien frühzeitig zu erreichen. Der Fachtag bot für die über 60 teilnehmenden Fachkräfte aus dem Landkreis Meißen, dem Landkreis Mittelsachsen und der Landeshauptstadt Dresden einen Überblick über vorhandene Programme und Unterstützungsangebote.
„Mit dem heutigen Tag wollen wir nicht noch zusätzliche Aufgaben auf die ohnehin gut gefüllten Schreibtische und To-do-Listen der Kitas legen. Vielmehr möchten wir Orientierung geben, vorhandenes Wissen bündeln, gute Angebote sichtbar machen und den Austausch fördern“, betonte Janet Steinbach-Putz, Erste Beigeordnete des Landkreises Meißen. Stephan Koesling, Geschäftsführer der Sächsischen Landesvereinigung für Gesundheitsförderung e. V. (SLfG), begrüßte die Teilnehmenden ebenfalls und gab einen kurzen Einblick auf aktuelle Entwicklungen in Sachsen und auf Bundesebene. Fachlich startete der Tag mit einem Vortrag von Dr. med. Martin Hildebrandt vom ELBLANDKLINIKUM Riesa zum Thema kindliche Entwicklung und die Frage, was angeboren und was anerzogen ist.
Im Interview mit Tagesmoderator Ralph-Torsten Lincke berichtete Gabriela Mentzer, Leiterin der Kita „Villa auf dem Kirschberg“ in Riesa, von ihren Praxiserfahrungen mit den Programmen „Kinder stärken“, „Familien stärken“ und „Schatzsuche“. Kerstin Schnepel von der SLfG ergänzte das Gespräch um fachliche Hintergründe zu den Programmen und deren Umsetzung.
In fünf Workshops konnten die Teilnehmenden praktische Ansätze kennenlernen und vertiefen: Paul Werner vom Kreissportbund Meißen zeigte, wie Bewegung mit Spiel und Spaß in den Kita-Alltag integriert werden kann. Kerstin Schnepel stellte das Elternprogramm „Schatzsuche“ vor, das Eltern dabei unterstützt, die Stärken ihrer Kinder zu entdecken und zu fördern. Ralph-Torsten Lincke vermittelte Ansätze des Programms „FREUNDE“ zur Stärkung von Lebenskompetenzen. Franziska Angermann und Melanie Köhn von der SLfG verbanden bei „Mahlzeit! Sprachliche Bildung, die schmeckt“ Ernährung und Sprachentwicklung. Marcel Burghardt von Social Web macht Schule gGmbH widmete sich der Elternarbeit in der digitalen Medienerziehung.
Die Workshops boten Raum für praktische Methoden und den Austausch über Erfahrungen aus den Einrichtungen. Dabei wurden sowohl vielfältige bestehende Ansätze als auch Herausforderungen sichtbar. Knapp bemessene Zeit und Personalressourcen erschweren es mitunter, neue Angebote umzusetzen. Umso wichtiger sind alltagstaugliche Unterstützung und verlässliche Kooperationen.
Ergänzend stellten die AOK PLUS, IKK classic und Unfallkasse Sachsen ihre Angebote für Kitas vor. Den Abschluss bildete Silke Müller vom Institut für Prävention, Diagnostik und psychische Gesundheit mit ihrem Vortrag zum Thema Resilienz im Kita-Alltag.
Organisiert wurde der Fachtag vom Gesundheitsamt des Landkreises Meißen, Bereich Gesundheitsförderung, in Zusammenarbeit mit der Regionalen Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung. Ein besonderer Dank gilt ebenfalls dem Team des Soziokulturellen Zentrums Alberttreff für die engagierte Unterstützung und die hervorragende Organisation vor Ort.
Ausblick
Das Programm „Schatzsuche“ wird im Frühjahr 2027 im Landkreis Meißen angeboten. Die Anmeldung läuft bereits. Auch für das Programm „FREUNDE“ sind im Landkreis seit März 2026 zwei ausgebildete Trainer aktiv. Ausführliche Informationen stehen auf der Internetseite des Gesundheitsamtes zur Verfügung.
Der Fachtag wurde mit Steuermitteln auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushalts finanziert.